Die Falken Unterbezirk Bochum

Monika Ebertz, Reinhild Genske, Daniela Schaefers (Stadtteilmanagement) und Jürgen Schoel (Zirkus Pirella) stehen vor der Fotomauer, die ein Zeichen für Sicherheit setzen soll. [Foto: Gero Helm]

 

Fotowand nimmt Erwachsene in die Pflicht, auf alle Kinder aufzupassen. Besucher bekräftigen, dass die Aufwertung der Grünanlage nötig ist.

 

Bunte Bausteine werden gestapelt, Bälle fliegen hin und her, zahlreiche Fotos bilden eine Mauer. Das zweite Parkfest am Ehrenmal sorgte gestern für jenes Leben, das durch die Umgestaltung der Grünanlage dort künftig wieder alltäglich anzutreffen sein soll. Das Büro der „Sozialen Stadt“ hatte eingeladen und informierte über die Pläne und den derzeitigen Vorentwurf. Auf der Wiese wurde gespielt und ordentlich Zirkus gemacht.

Dass eine Aufwertung der Parkanlage am Ehrenmal zwischen Bußmanns Weg und Bahnhofstraße nötig ist, verdeutlichen die Besucherstimmen. Zum Fest sei sie zwar gerne gekommen, erzählt eine Höntroperin, ansonsten ist die Anlage in Wattenscheid-Mitte allerdings keine Alternative: „Da ziehe ich zum Beispiel den Südpark vor. Hier müssten vor allem die Wege gemacht werden, damit man mit dem Rollator sicher laufen kann.“

 

Mehr Angebote für Familien mit Kindern gewünscht

 

Anna Küter wirft mit ihrer fünfjährigen Tochter Emma ein Frisbee hin und her. „Ausbaufähig“ nennt die Mutter die Angebote für Familien mit Kindern im Stadtteil. „Durch die Schließung des Ludwig-Steil-Hauses ist viel verloren gegangen. Es würde vielen Leuten hier helfen, wenn bei gutem Wetter im Sommer solche Parkfeste wie das heutige öfter stattfinden würden.“ Kaum ausgesprochen, verdunkelte sich auch schon der Himmel über den anwesenden und ankommenden Besuchern.

 

Fotos gestalten eine Mauer der Sicherheit

 

Neben den Spielmöglichkeiten zog eine neue farbenfrohe Mauer die Aufmerksamkeit auf sich. Entgegen sonstiger Deutungen ist das Bauwerk jedoch weder eine Grenze noch ein Symbol der Abschottung, sondern soll ein Zeichen für Sicherheit, Meinungsfreiheit und Toleranz abgeben. Die Aktion der beiden Falkenheime „Klecks“ und „Mini Klecks“ fügt zahlreiche Porträtfotos zur großen Wand zusammen. Gesichter von Erwachsenen – z.B. Eltern und Betreuer – bilden den Rahmen, die der Kinder die Mitte. Mit kurzen Sätzen erzählen sie etwas über sich, ihre Herkunft und ihre Wünsche. Über den Zitaten und Fotos prangt der Leitsatz „Jeder Einzelne ist ein kleines Steinchen – zusammen sind wir eine Mauer der Sicherheit.“

 

„Miteinander statt Gegeneinander“

 

Jürgen Schoel (Falkenheim): „Die Mauer soll daran erinnern, dass Erwachsene die Pflicht haben, auf alle Kinder gleichermaßen aufzupassen. Und sie sollen sich daran erinnern, dass sie selbst einmal welche waren.“ Zusammengehalten wird das Bollwerk durch ein einfaches, wie wichtiges Credo: „Miteinander statt Gegeneinander.“

Artistische Unterhaltung bot dann gegen 16 Uhr der Zirkusnachwuchs von „Pirella“. Beteiligt waren am zweiten Parkfest zudem das Awo-Familienzentrum und der Verein „Die Brücke“.

Auch der Wetterlage geschuldet, war der Besucherzulauf geringer als bei der Erstauflage 2016.


 

Deutliche Aufwertung der Spielmöglichkeiten ge­plant

Eine neue starke Spiel- und Sportspange, aufgeteilt in verschiedene Altersklassen, und drei Haupteingänge sind u.a. Teil der geplanten Aufwertung der Parkanlage. Auch ein Kiosk oder Café werde weiterhin angestrebt, informiert Stadtteilmanager Alexander Kutsch.

Das Ehrenmal soll ein Ort des Gedenkens bleiben und gleichzeitig zum Treffpunkt werden. Nachdem der Vorentwurf zur Umgestaltung vorgestellt und durch die Bezirksvertretung beschlossen wurde, geht die konkrete Planung derzeit weiter. Kutsch rechnet im Jahr 2018 mit dem Start der Umsetzung. Zuvor müssen noch die benötigten Fördergelder im Rahmen der „Sozialen Stadt“ beantragt und genehmigt werden.

[Quelle: Timo Gilke WAZ.de vom 27.09.2017]